Erdbeben sind im Oberrheingraben nicht ungewöhnlich. Seismische Ereignisse mit teilweise gravierenden Schäden sind aus dieser Region schon seit Jahrhunderten überliefert. Der Oberrheingraben stellt eine tektonisch aktive Grabenstruktur dar. Dadurch ist es ganz natürlich, dass es beim Abbau der natürlich bedingten Spannungen zu Erdbeben kommen kann. Greift der Mensch in das natürliche Spannungsfeld ein, so können diese auch künstlich ausgelöst werden.
Seismograph
Aufzeichnung von Bodenbewegungen im Seismogramm
Durch das Einpressen und die Entnahme von Gas im Rahmen der Untergrundspeicherung sowie durch eine hydraulische Stimulation bei tiefengeothermischen Projekten besteht grundsätzlich die Möglichkeit, künstlich Spannungen zu induzieren und damit seismische Ereignisse auszulösen. Aus diesem Grunde müssen diese Maßnahmen durch ein sogenanntes seismisches Monitoring begleitet und überwacht werden.
Das im Rahmen des GeORG- Projektes entwickelte GoCAD- Modell hilft mit, die tektonischen Verhältnisse im Oberrheingraben besser zu verstehen. Für den schweizerischen Anteil des Projektgebietes wird das Modell in einem größeren Maßstab erstellt, um eine detailliertere Auflösung des tektonischen Spannungsfeldes in dieser in der Vergangenheit gehäuft betroffenen Region zu erreichen.